• Basilika St. Suitbertus mit Vorplatz im SonnenscheinFoto: Michael Quack
  • Bronzemodell der Kaiserpfalz vor der RuineFoto: Michael Quack
  • Historische Häuserzeile mit Kopfsteinpflaster in Kaiserswerth im AbendlichtFoto: Michael Quack
  • Treiben auf dem Kaiserswerther MarktFoto: Monica Ladberg
  • Ruine der Kaiserpfalz mit blühenden Narzissen im VordergrundFoto: Michael Quack
  • Menschen am Rheinufer, im Hintergrund fährt ein SchiffFoto: Michael Quack
  • Festliche Beleuchtung am AbendFoto: Monica Ladberg
  • Restaurant Tonhalle am Kaiserswerther Markt mit Brunnenfigur und Tischen im FreienFoto: Michael Quack
  • Stände und Besucher am KlemensplatzFoto: Monica Ladberg

Historischer Rundgang Kaiserswerth

Der historische Rundgang führt Sie zu den bedeutendsten Stätten und zeigt, wie Tradition und modernes Leben in Kaiserswerth harmonisch miteinander verbunden sind.

  • 14 Stationen
  • ca. 1,2 km Weg
  • ca. 15 min Gehzeit

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Vorschlag für die Reihenfolge: kürzester Weg ab der Haltestelle Klemensplatz, berechnet in Luftlinie. Länge und Gehzeit sind grob gerundet, ohne Aufenthalte.

  1. Klemensbrücke über den früheren RheinarmHochhaus am Klemensplatz, der frühere Bunker

    Station 1: Klemensbrücke

    Vom Klemensplatz führt eine Brücke über den heute trockenen Rheinarm auf die frühere Insel (Werth) mit der befestigten Stadt Kaiserswerth.

    Zu beiden Seiten ist je ein alter Gedenkstein am Brüstungsmauerwerk zu sehen. Sie stammen von einer alten Brücke an gleicher Stelle und wurden beim Bunkerbau (das heutige Hochhaus!) gefunden.

    Links zeugt der doppelköpfige Adler von der ehemals kaiserlichen Herrschaft in Kaiserswerth

    Die rechte Tafel berichtet über den Brückenbau durch den Kurfürsten Clemens August und nennt in einem Chronogramm das Baujahr 1759

  2. Historische Laternen an einer Fassade am Kaiserswerther MarktHäuserzeile des Stammhauses am Kaiserswerther Markt

    Station 2: Stammhaus

    Am Kaiserswerther Markt kaufte der evangelische Pfarrer Theodor Fliedner mehrere Häuser. Er richtete hier ein Krankenhaus ein und begann 1836 mit der Ausbildung evangelischer Diakonissen.

    So wurde diese Häuserzeile zum ersten Mutterhaus und Stammhaus der später in vielen Ländern auf verschiedenen sozialen Feldern arbeitenden Diakonissenanstalt.

  3. Platz mit Mühlenturm und Gebäuden in der AltstadtEvangelische Stadtkirche Kaiserswerth mit Glockentürmchen

    Station 3: Pfarrhaus

    Das Pfarrhaus, links im Bild, war Keimzelle der Diakonie und erste Ausbildungsstätte von Pfarrer Fliedner.

    Hier hat auch Florence Nightingale, der spätere „Engel der Barmherzigkeit“ aus dem Krimkrieg, als junge Schülerin gewohnt.

  4. Gasse Am Mühlenturm mit dem MühlenturmMühlenturm vor blauem Himmel

    Station 4: Am Mühlenturm

    Auf der Gasse „Am Mühlenturm“ finden sich mehrere historische Bauwerke. So auch das Haus Nr.8, eines der wenigen Gebäude, die die Zerstörung von 1702 überstanden haben.

    Auf der anderen Seite der Gasse die lange Fassade der alten Kaserne, welche 1852 von Pfarrer Fliedner zur ersten Heilanstalt für weibliche Gemütskranke umgebaut wurde.

  5. Das romanische Haus mit StufengiebelHistorische Gebäude auf dem Krankenhausgelände

    Station 5: Das romanische Haus

    Im benachbarten Krankenhausgelände liegt das in den letzten Jahren aufwendig erforschte und restaurierte Haus. Es wurde in der Mitte des 13. Jahrhunderts als Haus eines Stiftsherren (Kanonikers) erbaut. Besonders markant sind die romanischen Fenster der Ostseite und die Stufengiebel. Mit seinem außergewöhnlich guten Erhaltungszustand gehört dieser Tuffsteinbau zu den bedeutendsten Wohnbauten aus romanischer Zeit in Deutschland.

  6. Steinfigur an der Fassade des alten ZollhausesBarocke Häuserzeile am Suitbertus-Stiftsplatz

    Station 6: Zollhaus

    Das alte Zollhaus ist das prächtigste, noch existierende Haus aus der Zeit vor der Zerstörung von Kaiserswerth im Spanischen Erbfolgekrieg des Jahres 1702.

    Auf der Hofseite steht noch der Turm, von dem aus die Zöllner den Schiffsverkehr auf dem Rhein kontrollierten.

  7. Schmiedeeisernes Wirtshausschild mit Schiffchen in der AltstadtSchriftzug „Im Schiffchen“ an der Backsteinfassade des Gasthauses

    Station 7: Gasthaus „Im Schiffchen“

    Am Kaiserswerther Markt steht das Gasthaus „Im Schiffchen“.
    Heute ist es ein hochdekoriertes Restaurant. Es ist aus Ziegeln gebaut, fünfachsig, über dem Portal mit dem Zeichen eines Bootes und der Jahreszahl 1733 geschmückt. Der Messingknauf der massiven Eichentür zeigt zweimal den Stern: das Symbol des Kaiserswerther Stadtpatrons Suitbertus.

    Links neben dem Schiffchen zwei ehemals dem Seidenweber Preyers gehörende Häuser.

  8. Rathaus Kaiserswerth hinter blühenden KirschbäumenKopfsteinpflasterstraße mit Kirschblüte am Markt

    Station 8: Rathaus

    Kaiserswerth war bis zu seiner Eingemeindung nach Düsseldorf 1929 eine selbständige Stadt, besaß jedoch nie eine Stadterhebungsurkunde. Spätestens ab 1181 waren aber alle Voraussetzungen gegeben, um von einer Stadt sprechen zu dürfen. Damals löste das Stift seine Weingärten am heutigen Markt auf, damit neues Bauland für die Bürgerschaft zur Verfügung stand.

    Auf dem Mittelstreifen des Marktes stand einst das alte Rathaus. Bei der Belagerung 1702 wurde es zerstört und nicht wieder aufgebaut. Das letzte Kaiserswerther Rathaus beherbergt heute u.a. die Bezirksverwaltungsstelle 5 der Düsseldorfer Stadtverwaltung.

  9. Gasse am Suitbertus-Stiftsplatz mit Blick auf die BasilikaBarocke Häuser am Stiftsplatz mit Straßenschild

    Station 9: Suitbertus-Stiftsplatz

    Der Platz gehört wegen seiner ruhigen Lage und seiner geschlossenen Bebauung zu den schönsten Plätzen des Niederrheins.
    Aus dem Kloster des Suitbertus wurde im 11. Jahrhundert ein Chorherrenstift. Die heutige Bebauung stammt größtenteils aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, der Zeit des Wiederaufbaues nach 1702.

    Die meisten Häuser wurden von den Stiftsherren erbaut. Mehrere Wappen und Inschriften geben hiervon Kenntnis.

  10. Spee-Epitaph von Bert Gerresheim an der BasilikaOstseite der Basilika St. Suitbertus

    Station 10: Spee-Epitaph

    An der Ostseite der Basilika wurde 1991 zum 400. Geburtstag von Friedrich Spee dieses von dem Düsseldorfer Künstler Bert Gerresheim geschaffene Epitaph angebracht. Friedrich Spee wurde 1591 in Kaiserswerth geboren. Als katholischen Theologen und Jesuit berührte ihn in besonderer Weise das Leid der als Hexen verfolgten und verurteilten Frauen. So zeigt das Epitaph Friedrich Spee der eine dieser leidenden Frauen stützt.

    In der Linken hält er seine Schrift gegen die Hexenverfolgung, die „Cantio Criminalis“. Darüber hinaus gilt Spee als bedeutender Schriftsteller der Barockzeit. Aus seiner Liedersammlung „Trutznachtigall“ erklingen heute noch Lieder in den Gottesdiensten. Er steckte sich bei der Pflege pestkranker Soldaten an und starb 1635 in Trier.

  11. Innenraum der Basilika St. Suitbertus mit Blick zum ChorBlick durch eine schmale Gasse auf die Basilika St. Suitbertus

    Station 11: Basilika St. Suitbertus

    Die Suitbertusbasilika wurde zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert erbaut. Im zweiten Weltkrieg wurden ihr starke Beschädigungen sowohl außen, als auch im Innenraum zugefügt. Nach umfangreichen Restaurierungsarbeiten gilt sie heute wieder als eine der schönsten niederrheinischen Pfeilerbasiliken.

    Nach der Klostergründung an dieser Stelle durch den angelsächsischen Benediktiner Suitbertus um 700 steht die heutige Kirche in einer Folge von mehreren Kirchbauten.

    Wertvollster Besitz der Kirche ist der Schrein mit den Gebeinen des heiligen Suitbertus aus dem 13. Jahrhundert.

  12. Basilika St. Suitbertus vom Stiftsplatz aus gesehenTorbogen mit Kopfsteinpflaster an der Stiftsgasse

    Station 12: Propstei

    Eines der mächtigsten Barockhäuser von Kaiserswerth ist das ehemalige Propsteigebäude (Nr. 3). Die lateinische Inschrift über dem Haupteingang lautet: „Die Brüder Anton und Heinrich Norff, dieser Kirche Propst und Dekan haben dieses Haus erbaut.“

    Heute ist es das Pfarrhaus der katholischen Gemeinde.

    Im Winkel dazu, an der Ostseite des Platzes, das langgestreckte Schul- und Zehnthaus aus Stiftszeiten.

    An der Stiftsgasse zeugt der Torturm als ehemaliger Zugang zum Platz vom Immunitätsrecht des Stiftes.

  13. Mauer der Kaiserpfalz neben einem Weg mit BäumenModell der Kaiserpfalz in ihrem früheren Zustand

    Station 13: Kaiserpfalz

    An dieser Stelle wird für das 7. Jahrhundert ein königlicher Hof vermutet. Hieraus wurde im Laufe der Jahrhunderte eine Burg, die dann zu salischer Zeit durch Heinrich III. zur Kaiserpfalz ausgebaut wurde.

    Die heute sichtbaren Reste der Kaiserpfalz stammen vom Bau des staufischen Kaisers Friedrich I. „Barbarossa“ um 1180.
    Während des Spanischen Erbfolgekrieges erlebte die Pfalz im Jahr 1702 ihre letzte große Belagerung und anschließende Zerstörung.

    Verschiedene Restaurierungen vom Beginn dieses Jahrhunderts an bis heute versuchen das Baudenkmal zu erhalten.
    Der heutige Hochwasserdamm durchschneidet das ehemalige Pfalzgelände.
    Wegbeschreibung:

    Die Kaiserpfalz in Düsseldorf Kaiserswerth liegt unmittelbar am Rheinufer.
    Sie ist zu erreichen:

    – Stadtbahnlinie U79, Haltestelle Klemensplatz
    – Parkplätze Niederrheinstraße und An St. Suitbert
    – Schiffsanlegestelle Kaiserswerth
    – Fährverbindung Kaiserswerth / Langst

    Die Kaiserpfalz ist geöffnet von Mai bis Ende Oktober, täglich 10 – 18 Uhr.

    www.kaiserpfalz-kaiserswerth.de

  14. Station 14: Haus Freiheit

    Noch einige Schritte weiter auf der Burgallee in Richtung zur Rheinfähre liegt als letztes Haus auf der alten Bastion St. Balthasar das „Haus Freiheit“.

    Hier wohnten und arbeiteten Hedda und Herbert Eulenberg.

Karte

Berühmte Kaiserswerther

  • Caspar Ulenberg

    1548–1617

    Pfarrer in Kaiserswerth, kath. Theologe, Dichter und Komponist geistlicher Lieder

  • Theodor Fliedner

    1800–1864

    Pfarrer in Kaiserswerth, evangelischer Theologe, Gründer der Kaisersw. Diakonissenanstalt

  • Herbert Eulenberg

    1876–1949

    lebte und arbeitete in Kaiserswerth · Dichter und Dramaturg

  • Friedrich Spee

    1591–1635

    geboren in Kaiserswerth, kath. Theologe, Dichter und Komponist geistlicher Lieder, Kämpfer gegen den Hexenwahn

  • Florence Nightingale

    1820–1910

    Schülerin in Kaiserswerth, Reformerin der militärischen Krankenpflege